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The Edge of Heaven im Jahre 1986

„Last Christmas“ liegt schon wieder drei Tage hinter uns: Daher geht’s heute um ein anderes Lied von Wham!, das indes auch etwas mit dem Thema des Letztmaligen zu tun hat, denn es war Wham!s letztes Lied. Die Rede ist von „The Edge of Heaven“, das im März 1986 aufgenommen wurde, also vor knapp 38 Jahren, auch wenn es mir gar nicht so lange her vorkommt. Wie war’s damals?

Wham!-Sänger George Michael hatte sein Coming-out, das erst 1998 erfolgen sollte, noch nicht erklärt und figurierte noch als Mädchenschwarm; der FC rockte die Arenen im UEFA-Pokal; Bundeskanzler war seit mehr als drei Jahren der 2017 verstorbene Helmut Kohl; SPD-Parteivorsitzender war der 1992 verstorbene Willy Brandt; in Berlin stand noch eine Mauer, die erst 1989 fiel; die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, das damals noch zur Sowjetunion gehörte, ließ noch einen Monat auf sich warten; die Beck‘sche „Risikogesellschaft“ lugte schon hinter den Gardinen hervor, als ich kurz davor war, 16 zu werden.

Zum Zeitpunkt der Herausgabe des Liedes war George Michael gerade einmal 23 Jahre alt und bereits ein Weltstar. Nach drei Alben seines Popduos Wham!, das er mit seinem Jugendfreund Andrew Ridgeley gebildet hatte, wollte er von 1987 an Solokünstler werden. „The Edge of Heaven“ war daher Wham!s Schlusssong und erschien auf einem Album, das den passenden Namen „The Final“ trug (in den USA erschien es modifiziert unterm Namen „Music from the Edge of Heaven“).

Textlich geht es im Lied um eine gescheiterte Beziehung des lyrischen Ichs zu einer Verflossenen, nach der es sich noch immer sehnt. Es gibt Formulierungen, die unter Verweis auf Einsperrungen, Ketten und Schreie, Leid und Leidenschaft sowohl den schwierigen Charakter der Beziehung kennzeichnen als auch sexuelle Anspielungen beinhalten. Neben allen katastrophischen Zügen der Beziehung schimmern auch die Begeisterung und der Wahnsinn durch, die zumindest das lyrische Ich in der Beziehung erlebt hat. Kurzum: Das lyrische Ich hatte sich während der Beziehung am Rande des Himmels befunden und war von dort aus oftmals abgestürzt, ehe die gesamte Beziehung zusammengebrochen ist.

Musikalisch setzt der Song mit Unterstützung von Elton John am Piano auf dynamisches Uptempo, und auch die Party, die George Michael und Andrew Ridgeley auf ihren letzten Konzerten abgeliefert haben, war mitreißend, oder? Umso trauriger ist es, dass George Michael 2016 verstorben ist.




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