Website-Icon Technikoptimisten

„Buried Bones“ von Tindersticks

I could take all that craziness out of you.
That’s what I loved you for.

Er sagt ihr, dass er die ganze Verrücktheit aus ihr herausholen könne. Das sei es, wofür er sie geliebt habe.

Was meint das männliche lyrische Ich mit dem ersten Satz? Dass ihm danach sei, aus der Frau die ganze Verrücktheit herauszuholen, so wie wenn man sagt: „Ich könnte heulen!“? Oder dass er die Möglichkeit oder Fähigkeit dazu habe, aus der Frau die ganze Verrücktheit herauszuholen? Oder dass er die Frau und mit ihr auch die Verrücktheit „nur“ aus dem Hier und Jetzt an einen anderen Ort in einer anderen Zeit befördern könne und wolle, um einen Neustart zu versuchen?

Zum zweiten Satz: Wofür liebte er die Frau? Für ihre Verrücktheit selbst, die er dennoch oder deswegen oder unabhängig davon aus ihr herausholen könne? Oder liebte er die Frau dafür, die Verrücktheit aus ihr herauszuholen? Oder liebte er sie für ihr Sosein und Dasein, so dass ihm danach sei, die Verrücktheit aus ihr herauszuholen, was immer das auch heiße?

Ich habe meine Interpretation, andere haben andere. Auch der Rest des von Mann und Frau vis à vis vorgetragenen Textes ist schön und schön deutungsbedürftig, bis hin zur Feststellung des Mannes, dass er wisse, wo seine Knochen begraben seien. Die Musik dieses Liedes vom 1997er-Album ist BTW fabelhaft.

Die wunderbare britische Band Tindersticks tourt demnächst durch Europa und auch durch D. Ich werde hingehen.



Bildquelle.

Die mobile Version verlassen