Kommissarin Lund

Ich habe die erste Serie meines Lebens geschaut: „Kommissarin Lund“, erschienen 2007 bis 2012. Mein Fazit: Die vielgerühmte horizontale Erzählweise zeigt mal eine long and winding Road wie bei McCartney, mal einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück wie bei Lenin, mal einen Cliffhanger wie bei Stallone.

Die Erzählweise erlaubt es der dänischen Serie, Kriminalfall, Politikbetrieb und private Lebensführung von Opfern, Tätern und Ermittlern nicht nur auszubreiten, sondern auch zu verweben. Dies regt an und ermüdet; erzeugt Pace und Stau. Gut: Es sind x Folgen statt einer; schlecht: es sind x statt x – 2 Folgen.

Dass in allen drei Staffeln exakt dieselbe Verwebung von Kriminalfall, Politikbetrieb und privater Lebensführung stattfindet, gereicht der Serie nicht zum Vorteil.

Der Politikbetrieb wird stets aus Sicht liberaler Protagonisten geschildert, die Ideale verkörpern, aber an Hürden der Politikstruktur scheitern. Dieser immergleiche Kontrast ist zu schematisch und wenig glaubwürdig.

Dennoch ein Lob: Die Serie kommt ohne Humor und Ironie aus. Brutalität und Tragic Endings werden nicht vermieden. Kommissarin Lund ist introvertiert, dabei innerlich emotional und tut gerade deswegen intuitiv oft das Richtige. Mit femininem Anblick operiert sie eher maskulin; Melodrama findet selten statt.

Ein Spoiler: In keiner Staffel ist der Gärtner der Mörder. Ein Ausblick: Demnächst wird wieder mehr gelesen.

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