Wäre ich ein Berliner, würde mich das Ergebnis womöglich mehr interessieren. Allerdings finde ich die Gesamtheit der Fragen des Wahlchecks auch nicht besonders gelungen. So richtig in Gänze gelungen finde ich aber auch keines der Wahlprogramme der Parteien links der Mitte, die für mich in Frage kämen.
Die Förderung kräftigen Produktivitätswachstums und post-fossiler, digitalisierter, hightechbasierter und DL-orientierter Branchen unter demokratischer Einbeziehung der Beschäftigten wäre das politische Gebot der Stunde, aber hier ist wenig zu vernehmen – weder von den Parteien links der Mitte, denen ich zuneige, noch von jenen des liberalen und konservativen Lagers.
Sinnvoll wären auf Landesebene leistungsfördernde und -fordernde Bildung mit humanistischem und Anwendungsbezug, mehr gelingende Transfers zwischen Wissenschaft und Ökonomie für FuE, Ausbau digitaler, dekarbonisierter Infrastrukturen, Subventionen für mutiges und demokratisches Entrepreneurship, Erhöhung der Erwerbsquoten nicht nur, aber auch bei Migration, eine besser ausgestattete öffentliche Daseinsvorsorge mit leistbaren Angeboten bei Wohnen, Verkehr, Energie, Kultur und Sicherheit, eine schnelle, effiziente und unbürokratische Verwaltung sowie ein Sozialstaat, der gegen Risiken absichert und moderne Erwerbstätigkeit unterstützt.
Zu bekämpfen sind antiwestliche Haltungen, Antisemitismus und Antizionismus, Xenophobie und Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie, Islamismus und Ressentiment.
Ich hoffe, dass die Parteien links der Mitte mit jenen des liberalen und konservativen Lagers gemeinsame Wege finden, denn ohne Kooperation wird’s nicht gehen.