Übersetzung von Charles Aznavours Lied „Emmenez-moi“

Nehmt mich mit

In Richtung der Docks, wo Last und Langeweile
Meinen Rücken krümmen,
Kommen sie an, die im Innern mit
Früchten beladenen Boote.

Sie kommen vom Ende der Welt und
Tragen mit sich umherschweifende Gedanken
Im Widerschein der blauen Himmel
Einer schönen Illusion.

Sie ziehen mit sich den pfeffrigen Geruch
Unbekannter Länder und ewigen Sommers,
Wo man beinahe nackt lebt
Auf den Stränden aus Sand.

Ich, der ich mein Leben lang nichts Anderes
Als den Himmel des Nordens gesehen habe,
Wie gerne wüsche ich mir das Grau ab
Und änderte ich meinen Kurs.

Nehmt mich mit
Ans Ende der Welt.
Nehmt mich mit
Ins Land der Wunder.
Mir scheint, dass das Elend
Mich in der Sonne weniger plagt.

In den Bars bei Eintritt der Dunkelheit,
Mit den Seemännern,
Während man von Mädchen und der Liebe spricht,
Ein Glas in der Hand …

… Verliere ich den Begriff von den Dingen,
Und plötzlich entführt mich mein Gedanke und bringt mir
Einen wunderschönen Sommer am Strand,
Wo ich die Liebe sehe, die mit ausgestreckten Armen
Wie ein Verrückter mir entgegen läuft.

Und ich klammere mich fest am Halse meines Traums,
Als die Bars schließen und die Seemänner
Wieder an Bord gehen,
Und träume am Hafen noch bis in den Morgen im Stehen.

Nehmt mich mit
Ans Ende der Welt.
Nehmt mich mit
Ins Land der Wunder.
Mir scheint, dass das Elend
Mich in der Sonne weniger plagt.

Um eines schönen Tages auf einem knirschenden alten Kahn
Mit dem Rumpf an der Brücke
fortzufahren, würde ich gar schuften
In seinem Kohlebunker.

So nähme ich die Route, die mich führt
Zu meinen Kindesträumen
Auf die entfernten Inseln,
Wo nichts wichtig ist, außer zu leben.

Wo die zierlichen Mädchen
Einem das Herz verzücken,
Indem sie, wie man mir gesagt hat,
Betörende Colliers aus Blumen flechten.

Ich würde fliehen und dort meine Vergangenheit hinter mir lassen,
Ohne jede Reue,
Ohne Gepäck und mein Herz befreit,
Und würde laut dort singen.

Nehmt mich mit
Ans Ende der Welt.
Nehmt mich mit
Ins Land der Wunder.
Mir scheint, dass das Elend
Mich in der Sonne weniger plagt.


Die Übersetzung erfolgte durch mich, Alexander Recht, Köln, im Oktober 2014.

PS: Und hier finden sich die originalen Worte des fantastischen Lieds von Charles Aznavour.


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