„A Song For The Lovers“

Da sitzt der arme Kerl allein in seinem Hotelzimmer und fragt sich, ob er sich einlassen soll auf das Wagnis einer Beziehung mit der von ihm begehrten Frau – eine Beziehung, die seinem Leben eine neue und womöglich irreversible Richtung verleihen könnte.

Schon manches Mal stand er vor einer solchen abgrundtiefen Entscheidung, und wie oft hat er es vermasselt. Die Vergangenheit des Scheiterns, auf die er unablässig blickt, hält ihn genauso in Bann wie der Traum, dass es diesmal anders und schöner werde.

Was hilft da? Selbstgespräche, Kaffee, Lunch, Selbstreflexionen vorm Spiegel, Appelle an den vielleicht existierenden Allmächtigen? Oder doch ein DJ? – möge nun das Lied, das er spielt, eines für alle Liebenden oder aber eines nur für die beiden in Rede stehenden Liebenden sein. Wer weiß das schon?

Richard Ashcroft mimt im Video nicht nur den armen Kerl, sondern singt seinen eigenen, aus dem Radio tönenden Song auch erzählend nach. Umgekehrt sinniert er im Video nicht nur in einer Tour, sondern die Lyrics spiegeln auch sein Sinnieren. Mimesis und Diegesis führen also ein kleines Tänzchen miteinander auf. Genug der Worte: „A Song For The Lovers“, die erste Solo-Single des ehemaligen Verve-Sängers von 2000, ist in Musik, Text und Video schön.


Die kleine Kritzelskizze stammt von mir. Und hier ist das Video mit diegetischen Elementen:

Hier ist das Video nur mit Musik:

Apropos „The fundamental things apply / As time goes by“ schaue man sich Ilsa, Sam und Rick an:

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