Eng oder weit? The Doors und Element of Crime

I found an island in your arms,
Country in your eyes,
Arms that chained us, eyes that lied,
Break on through to the other side!

So singt es Jim Morrison im Megasong „Break On Through (To the Other Side)“. Ist das keine beeindruckende Gegenüberstellung? Einerseits war er, das lyrische Ich, einst fasziniert von ihr, in deren Armen er eine Insel des Glücks und in deren Augen er eine schöne Landschaft fand. Andererseits endete das Ganze trister als trist: Die Arme legten den Liebenden Ketten an, und beider Augen logen.

Was ist mit dem Durchbruch auf die andere Seite gemeint? Führt er zum Glück vom Anfang oder zur Tristesse vom Schluss? Beide Interpretationen sind möglich. Dafür spricht auch die Zeile: „Gate is straight, deep and wide.“ Sie erinnert eben nur zur Hälfte an Matthäus 7:14: „Because strait is the gate, and narrow is the way, which leadeth unto life, and few there be that find it.“ Auf Deutsch: „Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.“

Eng oder weit? Das ist hier die Frage. Freilich kann das Tor weit offen stehen. Bisweilen ist die Pforte aber auch sehr eng. Jene, die durchzugehen versuchen, bleiben dann oft hängen, stecken fest, finden kein Glück und scheitern: Liebe kann also in den Abgrund führen. Diese Möglichkeit besangen auch einst Element of Crime:

Wenn dich das Schicksal liebt
Und dich irgendwo hin-
Treibt, wo es nicht mehr wehtut,
Und du fragst nach dem Sinn
Eines Lebens, in dem man nicht spürt,
Wie die Seele langsam erfriert,
Dann fragst du den Falschen,
Dann bist du bei mir.

Der Titel des famosen Liedes: „Liebe ist kälter als der Tod“.


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