Lou Reeds Song „Caroline Says II“

Lou Reeds Song „Caroline Says II“ vom 1973er-Konzeptalbum „Berlin“ thematisiert die katastrophische Beziehung zwischen Jim and Caroline. Beide nehmen Drogen. Er wird von ihr nicht mehr geliebt und schlägt sie aus Verzweiflung im Rausch. Sie weiß, dass Rausch zwar eine Ursache seines Tuns ist, dieses aber nicht entschuldigt. Daher fordert sie ihn auf, er möge die keineswegs lustige Gewalt unterlassen und sich mit sich selbst und den von ihm ausgehenden Wirkungen ernsthaft auseinandersetzen. Zudem teilt sie ihm mit, dass ihre Liebe für ihn unwiderruflich erloschen und auch durch noch so viel verzweifelte Gewalt nicht reaktivierbar sei.

Auch sagt sie ihm, dass das Leben aus mehr als aus Drogentrips bestehe. Das hält sie indes nicht davon ab, in hohem Umfang selbst Drogen zu konsumieren und ein Rauschverhalten an den Tag zu legen, das für Dritte unverständlich anmutet. Ihr Drogenkonsum ist so exzessiv, dass er ihr Leben gefährdet – was ihr bewusst ist, ihr aber keine Angst bereitet. Denn sie findet, dass ihr Status quo dermaßen freudlos und kalt sei, dass seine Fortsetzung sich nicht viel besser als der Tod erweise.

„Caroline Says II“ ist eine textliche Neubearbeitung des Velvet-Underground-Songs „Stephanie Says“ aus dem Jahre 1968 und fürwahr ein trauriger Song. Schön ist er gleichwohl.


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