Der „Moonage Daydream“ von David Bowie

David Bowie ist einer der größten Popsänger. Sechs Jahre nach seinem Tod ist „Moonage Daydream“ erschienen: laut Ankündigungstext „weder Dokumentarfilm noch Biografie, sondern ein eindringliches Filmerlebnis“, mit dem „Brett Morgen ein nie dagewesenes Porträt des Ausnahmekünstlers David Bowie“ gelinge.

Der Film war eine schöne Zeitreise durch die Etappen von Bowies Musikkarriere. Die 90er, 00er und 10er Jahre kamen ein wenig zu kurz, aber man muss Schwerpunkte setzen. Der Film stellt zurecht heraus, dass sich Bowie immer wieder neu erfunden hat und hierfür auf Flatterhaftigkeit im Charakter angewiesen war. Indes zeigt der Film leider nicht, dass Bowies Werk nicht zu verstehen ist ohne Phasen intensiver Konzentration bei Komposition, Arrangement und Textformulierung und ohne Phasen von Hadern und Stocken.30

Doch wollen wir uns nicht beklagen. Der Film war in Summe eine schöne Hommage an einen tollen Künstler. Anschließend waren wir noch in der „Furchtbar“: nicht weil der Film furchtbar war, sondern weil Bowies Songs furchtbar schön sein können.

1993 brachte Bowie das Lied „Jump They Say“ raus, das seine Gefühle anlässlich des Suizids seines an Schizophrenie leidenden Halbbruders Terry thematisiert, von dem er in seiner Jugend beeinflusst wurde, wie der Film herausstellt. Das Lied ist zwar, wiewohl es gut ist, nicht das beste aus Bowies Feder, aber es zeigt gut die Klippen des Lebens. Nachfolgend sieht man das Video.


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