Belgisches Viertel und Nomad: Devotion

Ich denke nicht, dass es für die Zukunft im Belgischen Viertel vor allem darauf ankommt, ob es einen qualifizierten B-Plan nach § 30 BauGB oder einen einfachen mit Anpassung an die Umgebung nach § 34 BauGB gibt. Auch mit § 30 BauGB lässt sich pralles Großstadtleben ermöglichen, wenn man denn will. Und ich will.

Die Frage ist politisch: Welche Lebensentwürfe sollen in der City akzeptiert werden? Paulina Rduch von der IG Belgisches Viertel hat m.E. recht, wenn sie sagt: „Wir sind einfach ein Innenstadtviertel. Wo soll großstädtisches Leben stattfinden, für das Köln bekannt und beliebt ist, wenn nicht hier?“ Die IG hat auch recht, wenn sie sagt: „Erst ist es der Kiosk, dann das Theater, und zum Schluss darf der Dom nicht mehr läuten.“

Mein Eindruck: Die Konfliktlinien laufen quer durch Parteien und soziale Gruppen. Ich bin für abgesicherte und gut bezahlte Arbeitsbedingungen der Lohnabhängigen in der Gastro wie auch in anderen Branchen. Ich bin dafür, dass Gastrobetreiber ihre Leistungen erbringen können. Ich bin für gute Lebensbedingungen aller Einwohner, wobei mir die Lohnabhängigen besonders am Herzen liegen.

Zu guten Lebensbedingungen für Individuen, die sich für ein Leben in der Großstadt entscheiden, gehört es, dass es dort lauter abgeht als in der Provinz und die Bürgersteine nicht zu früh hochgeklappt werden. Dies müsste ein qualifizierter B-Plan ermöglichen, der mir gefiele. Ein qualifizierter B-Plan, der der Ruhe den Vorzug gibt, findet hingegen nicht meinen Gefallen.

Hierzu passt der Hip-House-Track „(I Wanna Give You) Devotion“ der britischen Gruppe Nomad zusammen mit MC Mikee Freedom und Sharon Dee Clark aus dem Jahre 1990/91. Es ist einer der besten Dance-Songs der 90er, der für das Lebensgefühl der Großstadt steht: laut, mit viel Beat, mitreißend und dazu auch noch melodiös!


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